Neue Freie Presse
- ルエーガーを思う――ルエーガー記念碑
- 文芸欄――トーヴァルセン
ザルテンはルエーガー記念碑を、その党と旧友による顕彰と捉え、政治的才能を認めながら偉大さと広い視野を否定した。別の文芸記事は、トルヴァルセンの幼年期と美術学校入学を描いた。
一面から画像照合した範囲の抜粋。部分読解であり、各記事や一面の全文ではない。
翻訳
ルエーガーを思う――ルエーガー記念碑
偉大な人、功績のある人、際立った人に記念碑が建つまでには、半世紀、いや1世紀かかっても不思議はない。後世というものは、いつも予測がつかない。ずいぶんゆっくり考えることもあれば、すぐさま決然と仕事に取り掛かることもある。ルエーガーの記念碑については、どうやらかなり急いだらしい。
実際のところ、ここでは後世とはほとんど呼べない。この記念碑を建てるのは、あの際立った男と同時代を生き、今も残る人々なのだ。もっと正確には、彼が創設した政党。さらに正確には、彼の出世とともに、かつて自分も上に引き上げられた友人たちである。
ルエーガーの上昇、あの比類のない人気への、比類のない上昇を目にした者なら、今も昔と同じように、その友人、支持者、崇拝者のすべてに、落ち着いて証言できる。カール・ルエーガー博士は際立った男だった。際立っていて、興味深かった。政治の舞台では、非凡な才能を持つ、いや、人を夢中にさせる役者だった。古いオーストリアの最後の数十年を最もよく代表する人物だった。友人や崇拝者を名乗る理由がまったくなくても、それは言える。
確かに偉大な人間ではなかった。しかし、人間味にあふれ、偽りのない人であったことも、同じく確かだ。彼の政治にも偉大さと広い視野が欠けていた。ニーダーエスターライヒ的、ウィーン的であり続け、シュテファン大聖堂の塔を囲む街と土地に結び付いていた。しかし、その地盤では見事な政治家、政治の魔術師だった。自分のため、自分が作った党のため、その時々のために。この土地を、この人々の必要、好み、熱中するものを、同時代の誰よりも理解していたのである。
文芸欄――トーヴァルセン
父ゴットスカルク・トーヴァルセンは、コペンハーゲンで船の装飾を請け負う業者に雇われる貧しい木彫師で、家の命名の習わしに従ってトーヴァル・ゴットスカルクソンと呼ばれたアイスランドの牧師の息子である。母は農家の娘、カレン・グレンルン。幼いベルテルの最初の記憶――月明かりの差す暗い部屋、糸車、それを回そうと忍び寄る自分。母は目を覚まし、小鬼だと思う。糸車からひもを外し忘れると、夜にトロールが糸を紡ぐからだ。母は夫を小声で呼び、父はその小鬼をベッドへ追い戻す。11歳の少年に、誰かが王立美術アカデミーの無料学校の席を用意してくれる。
解説
政治的な後継者が建てる記念碑
ルエーガーの記念碑は、キリスト教社会党政権下で始まり、戦争で遅れた計画を経て、1926年9月19日に除幕された。その時にはウィーンは社会民主党が統治していた。論説が、遠い後世でなく同時代人が建てるのだと強調する背景には、この争われる政治的な遺産がある。街の目立つ場所の記念碑は、党が市政を失った後も、創始者の姿を人々の前に残すことができる。
魅力を認めることと政治を評価すること
論説は、人々を引き付けるルエーガーの並外れた能力と、目的の偉大さを分けている。キリスト教社会党の政治で反ユダヤ主義も動員に利用した指導者を理解するうえで、この区別は重要だ。記念碑の問題は、人気があったかどうかだけでは終わらない。人気をどう作り、市がその人を顕彰することで何を支持するのかが問われる。筆者の留保を伴う称賛は、この難しい政治的評価を考える余地を残している。
職人の家から芸術教育へ
トーヴァルセンの小伝は、手仕事、貧しさ、家庭の民間信仰から始まり、アカデミーへたどり着く。転機は無料の教育を受ける機会だ。生まれ育った環境だけで、父の仕事を継ぐと決まっているわけではない。月明かりの中の糸車の場面は、後の芸術家を身近な子供として見せ、学校は、その能力を職業へ育てる制度上の機会として登場する。
原文
Erinnerung an Lueger. — Lueger-Denkmal.
Das kann sonst gut und gern ein halbes, auch ein ganzes Jahrhundert dauern, bis einem großen, einem verdienten, einem merkwürdigen Mann sein Denkmal gesetzt wird. Die Nachwelt ist ja immer unberechenbar. Zuweilen besinnt sie sich sehr langsam. Dann wieder geht sie augenblicklich entschlossen ans Werk. Mit dem Lueger-Denkmal hat sie es offenbar recht eilig gehabt.
Im Grunde kann dabei von einer Nachwelt kaum die Rede sein. Dieses Monument wird von der hinterbliebenen Mitwelt des merkwürdigen Mannes errichtet. Von seinen Zeitgenossen. Genauer: von der Partei, deren Begründer er war. Ganz genau: von denjenigen seiner Freunde, die durch seinen Aufstieg einst mit in die Höhe gelangten.
Wer Luegers Aufstieg mit angesehen hat, diesen beispiellosen Aufstieg in eine beispiellose Popularität, kann es jetzt wie einst seinen Freunden, allen seinen Anhängern und Verehrern ruhig bezeugen, daß er ein merkwürdiger Mann gewesen ist, der Dr. Karl Lueger. Merkwürdig und interessant. Auf der politischen Bühne ein hochbegabter, ja, ein hinreißender Spieler. In den letzten Dezennien des alten Oesterreich die repräsentativste Gestalt. Das kann man wohl sagen, selbst wenn man gar keine Ursache hatte, sich seinen Freund oder seinen Verehrer zu nennen.
Er war sicherlich kein großer Mensch, doch ebenso gewiß bleibt es, daß er ein voller und echter Mensch war wie sehr wenige. Auch seiner Politik ermangelte die Größe, ihr fehlte der weite Horizont; sie blieb niederösterreichisch, wienerisch, blieb an Stadt und Gelände rund um den Stephansturm gebunden. Aber auf diesem Boden war er ein meisterhafter Politiker, ein politischer Zauberer, für sich, für die von ihm geschaffene Partei, für den Augenblick. Diesen Boden da hat er verstanden, dieses Volk, dessen Bedürfnisse, dessen Neigungen und dessen Liebhabereien hat er verstanden wie kein anderer in seinen Tagen.
Feuilleton. — Thorwaldsen.
Der Vater, Gottskalk Thorwaldsen, ist ein armer, bei Schiffsverzierern beschäftigter Holzschnitzer in Kopenhagen, Sohn eines isländischen Predigers, der nach der Geschlechterfolge Thorwald Gottskalkson hieß. Die Mutter, die Bauerntochter: Karen Grönlund. Erste Erinnerung des jungen Bertel: eine dunkle Kammer im Mondlicht, ein Spinnrad, zu dem er sich schleicht, um es zu drehen, die Mutter erwacht, glaubt, es sei ein Kobold, denn die Trolle spinnen des Nachts, wenn man vergessen hat, die Schnur vom Rad abzulösen, sie ruft flüsternd ihren Mann, der den Kobold wieder ins Bett jagt. Dem Elfjährigen verschafft jemand einen Platz in der Freischule der königlichen Kunstakademie.