Neue Freie Presse
- シュトレーゼマン、ジュネーヴでの印象を語る
- ストライキの構え
- ブルゲンラント初の展示会
『ノイエ・フライエ・プレッセ』は、ジュネーヴでのシュトレーゼマンの満足感と、公務員給与の恒久的解決を求める国内論説を並べる。ドイツ外相は加盟支持者による障害の克服を評価し、相互理解による協力を期待する。給与論説は、繰り返す紛争がオーストリア財政の安定を損なうと論じる。ブルゲンラントの展示会記事は、アイゼンシュタットの催しを地域の資源と将来の可能性を示すものと評価する。
翻訳
シュトレーゼマン、ジュネーヴでの印象を語る
国際的緊張が大きく和らぐ。
特派員電報。【ジュネーヴ9月12日】シュトレーゼマン外相は快く本紙記者との会見に応じ、次のように語った。
「金曜の会議での出来事からどのような印象を受けたか、とのご質問には、心から満足している、とお答えするほかありません。ジュネーヴでの成果に至るまでに乗り越えなければならなかった困難は、国内でも、他国との交渉でも、実に大きなものでした。ロカルノから3月のジュネーヴ会議を経て9月に至る道には、あらゆる障害がありました。しかし最後には、ドイツの国際連盟加盟を望むすべての人々が、全力を挙げてこの目標に取り組んだのです。だから私は、彼らも私たちと同じく、連盟の中で協力し合うことを意識的に目指したのだと期待しています。その協力は、おのずから相互理解へ向かうものであるはずです。」
終わりのないストライキの威嚇
技術者組合の要求。
【ウィーン9月13日】恒久的な解決を! 近年の公務員との交渉を見守ってきた者なら誰もが、切実にそう願うはずだ。私たちは当然のこととして通貨の安定を誇り、金融制度の揺るぎない確かさをたたえている。喜ばしいことに、国家予算も経済危機の影響を免れてきた。ところが、予算編成の最も重要な要素の一つであり、ひいては経済全体の運営にも関わる公務員給与は、いわば成り行き任せになっている。苦しい争いの結果に委ねられ、国家の権威に甚大な損傷を与える力比べが、絶えず起こりかねないのだ。
通貨が崩落していた時代には、この状態もどうにか耐えられたかもしれない。安定化が完成していない間は、インフレの余波として、残念ながら我慢することもできただろう。しかし今、この行ったり来たり、この果てしない混乱、この絶え間ない苦しみは、もはや耐えられるものではない。仕事に取りかかり、生産を正常に戻し、着実な前進を目指すのであれば、この混乱を終わらせなければならない。
ブルゲンラント初の展示会
会場はアイゼンシュタット。本紙特派員より。
わがブルゲンラントで初めて開かれるこの博覧会は、それ自体が一つの偉業だ。開幕日の今日、その実現に精力を傾けたアイゼンシュタットの人々に話を聞くと、大胆な賭けだったと言う。だが、ここで成し遂げられたことを見渡せば、そうとは言い切れない。むしろ逆である。この土地に眠る宝は、もっと広く知られる時を、長く待ち望んでいたのだ。ウィーンのすぐ近くにあるオーストリアの末っ子が、いつまでも眠り姫のように眠り続けてよいはずがない。私たちは、ブルゲンラントという土地を持つ意味を、改めて考えなければならない。この博覧会は大きな前進である。ブルゲンラントがすでに遂げた発展を測ると同時に、オーストリアが今後この地方に何を期待できるかを示すものなのだ。
解説
交渉の相手から、連盟の一員へ
ドイツの加盟は、連盟の外から交渉する関係を、組織の内部で協議に参加する関係へ変えた。総会には全加盟国が同じ投票権で参加し、理事会では限られた国が重要な安全保障上の役割を担う。シュトレーゼマンがロカルノからジュネーヴまでの困難を振り返るのは、この変化への満足が大きかったからだ。加盟は一度きりの外交儀式にとどまらず、合意を目指す継続的な場を得ることでもあった。
通貨が安定しても、給与問題は残った
オーストリアは通貨と財政の安定化を進め、1925年1月にシリングを導入した。従来のクローネとの交換比率は1万対1だった。公務員給与を扱う論説の背景には、この直近の成果がある。通貨の仕組みは安定したのに、給与をめぐる不安定な交渉が繰り返される――その落差が筆者の苛立ちを生んでいる。給与は国の会計と、公共サービスや生産の日常的な運営をつなぐ問題だからこそ、恒久的な決着を求めたのである。
博覧会で首都に地方の価値を知らせる
特派員が呼びかける相手は、ブルゲンラントの近くに暮らしながら、その価値を十分には知らない読者だ。「オーストリアの末っ子」という表現は、地方への関心を家族への関心に置き換え、「眠り姫」は目覚めを待つ可能性を示す。博覧会は、物を展示する以上の役割を期待されていた。隣接する地方へのウィーンの見方を変え、その発展をオーストリア全体の将来へ結び付ける機会として描かれている。
原文
Stresemann über seine Genfer Eindrücke.
Stresemann über seine
Genfer Eindrücke.
Eine große internationale Entspannung.
Telegramm unseres Sonderberichterftatters.
3 Genf, 12. September.
Neihsaußenminifter Dr. Stresemann hatte die
Freundlichkeit, Ihren Korrespondenten zu empfangen und
ich ihm gegenüber folgendermaßen auszuprechen : Auf Ihre
rage, welchen Eindruck die Vorgänge in der Freitagsizung
ei mir hinterlassen haben, kann ih Ihnen nur erwidern :
Den Eindruck innerer Genugtuung. Die
Schwierigkeiten, die auf dem Wege zu überwinden waren,
der zu dem Ergebnis von Genf führte, waren sehr starke und
bedeutende sowohl im eigenen Lande wie in den Verhandlungen mit den anderen Ländern. Der Weg ging mit
Hindernissen aller Art von Locarno über
die Genfer Märztagung zum September.
Letzten Endes haben sich aber alle diejenigen, die Deutschland
im Völkerbund sehen wollten, mit stärksten Kräften für dieses
Ziel eingesetzt, und daraus schöpfe ich die Hoffnung, daß sie
mit Bewußtsein ebenso wie wir jenes Zusammenarbeiten im
Völkerbunde erstrebten, das naturgemäß nur auf eine-V erständigung gerichtet sein kann.
Streikdrohung
Streikdrohung
1926.
und kein Ende.
Die Forderungen der Technischen Union,
Bien, 13. September.
Schafft eine definitive Lösung ! Dieser Wunsch drängt
sich jedem mit zwingender Gewalt auf, der den Gang ber
Leamtenverhandlungen in den lezten Jahren beobachtet. Da
wird mit Necht die Stabilität unserer Währung gerühmt
und die absolute Sicherheit unseres Geldwesens. Das
Budget ist in erfreulicher Weise von den Wirkungen der |
ökonomischen Krise verschont geblieben. Aber eines der
wichtigsten Elemente der Budgetierung und damit naturgemäß auch der allgemeinen wirtschaftlichen Gestaltung, die |
Besoldung der Bcamten, bleibt gleichsam dem Zufall über- |
lassen, den Resultaten von peinlichen | Streitigkeiten mit
ununterbrochenen Gefahren von Kraftprohen, die der Staats:
autorität den schwersten Schaden bereiten. Dieser Zustand
mochte zur Not ertragen werden in der Epoche des Währungssturzes, er mochte als ein Ausläufer der Inflationsperiode
mit Bedauern erdu'dot werden, solange | die Stabilisierung '
nicht vollendet war. Heute ist dieses Hin und Her, diese |
ewige Verwirrung, diese ständige Marterei einfach unmöglich |
geworden, und dieses Durcheinander muß ein Ende nehmen,
wenn wir überhaupt zur Arbeit gelangen wollen, zu einer
Normalisierung der Produktion und zur Stetigkeit im
Fortschritt.
Die erste Ansftelung im Burgenland.
Die erste Ansftelung im Burgenland.
Eisenstadt als Ausstellungsort.
Von unserem Sonderberichterftatter.
Diese erste Ausstellung in unserem Burgenlande ist
an und für sich eine Tat. Spricht man heute am Tage der
Eröffnung mit den Eisenstädtern, die sich rührig und eifrig
um: das Werk bemüht haben, dann meinen sie, es sei ein |
Wagestück gewesen. Ueberblikt man aber das, was hier
geleistet, was hier En wurde, so kann man nicht
recht beipflichten. Im Gegenteil. Die Schäße, die dieses
Land birgt, riefen gebieterisch danach, auch endlich weiteren
Kreisen bekannt zu werden. E3 geht nicht länger an, daß
dieses jüngste Kind Oesterreichs, fast vor den Toren Wiens,
in einem Dornröschenfchlaf gefangen liege, Man muß sich
besinnen und erkennen, was Oesterreich am Burgenlande hat.
Diese Ausstellung bedeutet einen großen Schritt nach vorwärts, einmal als Gradmesser für den Ausschwung, den das
Eurgenland genommen, und da3 andere Mal als Maßftab- für die Zu kunft, was Oesterreich noch vom Burgenlände zu erwarten hat.